Moringa wächst in seiner Heimat Nordwest Indien als Baum oder Strauch, und wird dort wegen seiner Schoten und Blätter in grossen Mengen angebaut. Aus Indien hat sich der Baum in den gesamten Tropengürtel verbreitet, man findet ihn heute häufig in Afrika und Mittelamerika, aber auch in Asien oder Australien. In all diesen Ländern hat die Pflanze viele Anhänger gefunden.

Moringa ist eine lang bekannte Pflanze mit vielen Namen. Vom tamilischen Wort für Trommelstöcke „muruṅkai" leitet sich auch der Name „Moringa" ab. Die jungen Schoten isst man als Gemüse, in der Schweiz findet man sie in Spezialitäten-Geschäften. In Indien werden jährlich über eine Milliion Tonnen davon geerntet. Moringa hat auch den Eingang in die Ayurveda gefunden und wird dort für verschiedene heilende Zwecke eingesetzt.

Moringa oleifera gehört zur Familie der Moringaceen, diese wiederum zur Ordnung der Kreuzblütlerartigen – nach dem Aussehen der Früchte hielt man Moringa fälschlich für eine Art Bohne (Leguminosen). Diese Diskussion gab es schon 1783, als Jean-Baptiste Lamarck der Pflanze ihren heutige botanischen Namen gegeben hat. In der „Enyclopédie méthodique botanique", wird Moringa zum ersten Mal offiziell beschrieben und als Moringa oleifera benannt. 1791 gab ihr der deutsche Botaniker Joseph Gaertner dann ein zweites Mal einen botanischen Namen, Moringa pterygosperma Gaertn., der jedoch, da er später als M. oleifera entstanden ist, nicht gültig ist - auch wenn er heute sogar noch manchmal in Gesetzestexten auftaucht. Neben M. oleifera hat die Familie der Moringaceen noch 12 weitere Mitglieder. Manchmal findet man noch Moringa stenatopelata als Lebensmittel, aber die Verbreitung dieser Pflanze ist wesentlich geringer und in Europa ist sie streng genommen als Lebensmittel auch nicht zugelassen. Da Moringa oleifera ursprünglich aus Indien stammt, ist unklar ob es sich bei der Moringa, die bei den alten Ägyptern genannt wird, um M. oleifera oder ein anderes Mitglied der Familie gehandelt hat. Weitere verlässliche informationen zu Moringa findet man auf dem Moringa-Blog von Dr. Olson (englisch).

Als Tausendsassa wird bei Moringa auch die Rinde als Färbemittel, das Holz zur Papierherstellung und die gemahlenen Samen zur Wasserreinigung diskutiert. Zur Wasserreinigung ist viel geschrieben worden, die Samen enthalten Proteine die grobe Verunreinigungen im Wasser fällen und somit das Wasser reinigen können, die praktische Anwendung ist jedoch noch nicht grossflächig zum Tragen gekommen.